RHN 0804

Bei der Flächensuche sucht das Rettungshundeteam innerhalb eines dem Team zugewiesenen Suchgebiets (beispielsweise Waldstück, Wiese, Feld, Schrebergarten, Friedhof, Schulgelände) nach einer oder mehreren vermissten Personen.

Die Hunde werden so ausgebildet, dass sie das Suchgebiete auf menschliche Witterung hin durchstöbern. Da man nicht davon ausgehen kann, dass alle vermissten Personen grundsätzlich am Boden liegen, lernen die Hunde, jeden Menschen zu melden, der sich im Suchgebiet aufhält, also Personen, die sitzen, kauern, sich verstecken, liegen, laufen usw.

"Klassische" Arbeitsweise des Teams ist das Zickzack-Revieren, bei dem das Suchgebiet in einzelne ca. 50-60 m breite Suchstreifen unterteilt wird. Der Rettungshundeführer bewegt sich entlang einer gedachten Mittellinie durch den Suchstreifen, der Rettungshund reviert dabei abwechselnd ca. 30 m nach rechts und links, so dass der Suchstreifen in voller Breite abgesucht wird. Abhängig von Bewuchsdichte, Wetterlage und Suchdauer muss der Rettungshundeführer die Breite der Suchstreifen zur sicheren Abdeckung auf bis zu 10 m reduzieren oder kann sie zur raschen Abdeckung des Suchgebiets auf bis zu 100 m ausdehnen.
IMG 3199Ein Hund kann dem Rettungshundeführer auf unterschiedliche Weise anzeigen, dass er eine Person gefunden hat. Zu Beginn der Ausbildung wird eine der folgenden Anzeigeformen ausgewählt:
Beim Verbellen bellt der Rettungshund so lange bei der gefundenen Person, bis sein Führer bei ihm ist; beim Bringseln nimmt der Hund an der gefundenen Person ein so genanntes Bringsel, das an seinem Halsband befestigt ist, auf, läuft zu seinem Hundeführer zurück und führt diesen zu der Person; beim Freiverweisen hat der Hund kein Bringsel, sondern führt seinen Hundeführer durch Pendeln zwischen vermisster Person und Hundeführer an.
Schlechte Wetterverhältnisse, einbrechende Dunkelheit sowie unwegsames Gelände sind Faktoren, die den Menschen bei ihrer Suche nach Vermissten schnell an ihre Grenzen stoßen lassen. Auch technische Hilfsmittel sind bei der Suche in schwierigem Gelände nur bedingt einsetzbar.

Hunde sind aufgrund ihrer Sinnesorgane unabhängig von Geländebeschaffenheit, Tageszeit und Witterung in der Lage, einen Vermissten bereits auf mehrere hundert Meter Entfernung zu riechen.

(siehe Wegmann/Heines, "Such und Hilf", S.67, Kynos Verlag)

 

Unsere Flächenhunde werden nach den Richtlinien der Interessengemeinschaft Rettungshund (IGR) ausgebildet und geprüft.

Die Prüfungsordnung der IGR ist durch das Innenministerium des Landes Hessen anerkannt.